DACHDECKER-INNUNG ESSEN

Meisterpflicht im Dachdeckerhandwerk


Deutsches Dachdeckerhandwerk Zentralverband

10 gute Argumente für die Meisterpflicht im Dachdeckerhandwerk

Das Deutsche Dachdeckerhandwerk bildet jedes Jahr ca. 500 junge Meisterinnen und Meister aus. Und das seit vielen Jahrzehnten konstant. Diese jungen Menschen entscheiden sich bewusst für eine Meisterausbildung als „Königsweg“ der Berufsausbildung.
Weil sie überzeugt sind, dass sie mit dieser Fortbildung in eine solide berufliche Existenz investieren. Aber nicht nur diese Menschen profitieren von einer soliden Aus- und Fortbildung, sondern auch viele andere in unserer Gesellschaft.

Meisterpflicht im Dachdeckerhandwerk ...

• ... ist aktiver Verbraucherschutz.
Beim „Dach über’m Kopf“ gibt es keine Kompromisse. Jeder Hauseigentümer will sich darauf verlassen können, dass sein Dach nicht nur dicht ist, sondern auch viele Jahre hält und Schutz bietet. Das geht nur, wenn hohe Qualitätsstandards vorgegeben sind. Dafür steht der Meisterbrief. Was nützen die modernsten und innovativsten Baumaterialien, wenn sie nicht fachgerecht zu einem hochwertigen Dach- oder Fassadensystem verarbeitet werden?

• ... ist zur Durchführung der Energiewende unverzichtbar.
Hohe technische Anforderungen an die energetische Sanierung der Gebäudehülle (Dämmung) und die Montage von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen erfordern profunde Kenntnisse des umfangreichen Regelwerks und ebenso hohe Präzision in der Ausführung. Dieses hohe Niveau sichert nur die Meisterprüfung.

• ... gewährleistet Mindeststandards.
Der Meister muss, bevor er sein Handwerk selbstständig ausüben darf, seine praktischen und theoretischen Kenntnisse nachweisen. Der Kunde ist daher bei Beauftragung eines Meisters sicher, dass ausreichende Kenntnisse und Fertigkeiten – auch für komplexe Aufgaben und Problemstellungen – vorhanden sind. Wird auf derartige Nachweise verzichtet – wie es bei der Ausübung des Dachdeckerhandwerks im Reisegewerbe der Fall ist – besteht für den Kunden keine Sicherheit, dass irgendein fachlicher Mindeststandard gewährleistet ist.

• ... sorgt für solide Staatsfinanzen.
Jahr für Jahr gehen Milliarden von Steuergeldern durch Schwarzarbeit im Handwerk verloren. Eine Absenkung des Qualitätsniveaus führt nicht zu weniger, sondern zu mehr Schwarzarbeit und schädigt damit den Steuerzahler. Je mehr Unqualifizierte auf dem Markt, desto größer ist der Preiskampf und damit auch der Anreiz, „an der Steuer vorbei“ zu arbeiten.

• ... schafft solide Arbeitsplätze.
Qualitätsarbeit braucht qualifizierte Mitarbeiter. Das Dachdeckerhandwerk sichert seit Jahrzehnten durch ein hohes Tarifniveau die Existenzen von vielen Berufsangehörigen und deren Familien. Der Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk liegt derzeit bundeseinheitlich bei 11,55 € pro Stunde (ab 2015: 11,85 €) und damit weit über dem gesetzlichen Niveau. Das geht nur, weil verantwortungsbewusste Meisterinnen und Meister die Betriebe führen. Was passiert, wenn der Meisterbrief nicht mehr vorgeschrieben ist, haben die sinkenden Beschäftigtenzahlen in den deregulierten Berufen der Anlage B1 zur Handwerksordnung deutlich gezeigt.

• ... sichert dauerhafte Ausbildungschancen für Jugendliche.
Konstant 8.000 Ausbildungsplätze im Dachdeckerhandwerk und eine Solidarumlage auch der nicht ausbildenden Betriebe sichern die Zukunftschancen für viele Menschen. Nicht umsonst wird das Duale System der Berufsausbildung im Handwerk in ganz Europa als vorbildlich angesehen. Qualifizierte Ausbildung geht aber nur mit qualifizierten Ausbildern.

• ... kümmert sich um Sicherheit und Gesundheitsschutz.
Meister lernen bereits in ihrer Ausbildung, dass die Gefahren der Arbeit auf dem Dach nur mit aktiven Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes minimiert werden können. Individuelle Gefährdungsbeurteilungen bei jedem Auftrag sind selbstverständlich. Das schützt Mitarbeiter und Verbraucher gleichermaßen.

• ... ist aktiver Umweltschutz.
Nicht nur bei der Etablierung erneuerbarer Energiequellen, sondern auch im ökologischen Dach- und Fassadenbau sind Dachdecker Meister ihres Fachs. Ob umweltfreundliche Materialien oder Dachbegrünungen: die Meisterausbildung sichert hohe ökologische Standards.

• .... hilft, kulturelle Werte zu erhalten.
Baudenkmäler fachgerecht zu restaurieren, erfordert ein hohes Maß an Kenntnissen und Fertigkeiten im Bereich klassischer Dachbautechniken. Meister können das. Und Denkmalbehörden wie Eigentümer verlassen sich darauf.

• .... heißt nicht: Ausschluss von Quereinsteigern.
Die deutsche Handwerksordnung ist entgegen einer landläufigen Meinung kein „closed shop“. Sie erlaubt auch denjenigen, die bewiesen haben, dass sie auf anderen Wegen eine entsprechende Erfahrung erworben haben, den Zugang zur Selbständigkeit, egal ob In- oder Ausländer. Auch wenn die Messlatte durch die Meisterqualifikation hoch liegt: Deutschland ist hier deutlich offener als viele andere Staaten in Europa, die durch staatliche Zulassungsmechanismen abgeriegelt sind. Deshalb ist das deutsche System der Meisterausbildung Vorbild für ganz Europa.
Daher: Nicht deregulieren, sondern Qualität und Qualifikation erhalten! Das Meister-System im deutschen Handwerk schottet sich nicht ab, sondern integriert Fachkräfte und Know-How aus ganz Europa. Deshalb kann es auch „Best Practice“ für ein einheitliches europäisches Qualifikationssystem sein.
Das Deutsche Dachdeckerhandwerk mit seinen 12.600 Meisterbetrieben und knapp 100.000 Beschäftigten steht bereit, hierbei aktiv mitzuwirken.
Mainz, den 17. Juni 2014
Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks - Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik - e.V.
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